Der ungläubige Agnostizismus als Alternative zum szientifischen Atheismus eines Richard Dawkins

Fakten – Argumente – Positionen

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Seit Richard Dawkins in seinem Buch Der Gotteswahn über die Armut des Agnostizismus schrieb, gilt vielen Agnostizismus nur noch als eine inkonsequente und nicht zu Ende gedachte Form des Unglaubens. Als Agnostiker sieht man dies naturgemäß etwas anders. Agnostizismus ist eine wohl durchdachte intellektuelle Plattform, auf deren Grundlage die notwendigen Auseinandersetzungen mit naivem Offenbarungsglauben geführt werden können, ohne dabei gleich jede Form des Glaubens als bloßen Ausdruck von Irrationalität zu denunzieren.

Die Kontroversen zwischen Gläubigen und Ungläubigen haben in den letzten Jahren merklich zugenommen. Der offene Meinungskampf schadet einer Gesellschaft dabei keineswegs. Im Gegenteil, wenn sich evangelikale Gesinnung jetzt auch in Europa ausbreitet und wieder die Frage aufkommt ob Homosexualität nicht doch einfach nur eine Krankheit ist, wenn Kreationismus bzw. Intelligent Design als Alternativen zur Evolutionsbiologie hoffähig gemacht werden sollen, dann ist dieser Meinungskampf notwendig. Dann muss gegen die Rückkehr des naiven Offenbarungsglaubens die Fahne der Aufklärung hochgehalten werden. Und Ungläubige tun wahrlich gut daran, mit ihrer Stimme deutlich zum Anschwellen des Chors der Verteidiger liberaler Grundwerte sowie des deutlichen Vorrangs der Wissenschaft vor Glaubensinhalten in Schule und Hochschule beizutragen. Der sogenannte neue Atheismus hat hier beachtliche Verdienste. Auch das Aufdecken und Thematisieren von noch immer vorhandenen stillen (oder nicht ganz so stillen) Benachteiligungen ungläubiger Weltanschauungen durch die Bewegung des neuen Atheismus kann nur begrüßt werden.

Mit einigem Erschrecken muss man aber heute leider auch feststellen, dass es im Umfeld des neuen Atheismusder nicht zuletzt durch Dawkinszu einer recht formidablen, internationalen Bewegung angeschwollen ist, auch Stimmen gibt, die es sowohl an Toleranz wie Informiertheit fehlen lassen. In Foren wird sogar schon die Frage diskutiert, ob der Agnostizismus nicht ein besonders schlimmer und heimtückischer Feind der atheistischen Missionsarbeit sei (ein Beispiel dafür findet man hier).

Es ist deswegen sinnvoll an die Warnungen von Bertrand Russell vor einem dogmatischen Atheismus zu erinnern. In Am I An Atheist Or An Agnostic? A Plea For Tolerance In The Face Of New Dogmas hat er nicht nur deutlich gemacht, dass er sich genau genommen eher als Agnostiker denn als Atheist verstand, sondern ebenfalls nachhaltig für Toleranz geworben und vor einer dogmatischen Version des Atheismus gewarnt.

Gerade angesichts einiger Auswüchse im Umfeld des neuen Atheismus ist es mir wichtig, den Agnostizismus ausdrücklich gegen die Dawkins Kritik zu verteidigen und die Anfeindungen seitens eines szientifischen Atheismus mit einer Gegenkritik zu beantworten. Das wird aber nicht das einzige Thema dieser Website bleiben. Neben Dawkins Kritik wird Religionskritik im Mittelpunkt stehen. Nach derzeitiger Planung sind insgesamt vier PDF-Dokumente für diese Website vorgesehen. Sie werden in lockerer Folge hier eingestellt.

Plädoyer für einen ungläubigen Agnostizismus

Eine Replik auf Richard Dawkins These von der „Armut des Agnostizismus“ in Der Gotteswahn

PDF-Dokument – 29 S. (ca. 0,35 MB)






Mit freundlichen Grüßen

Norbert Froese Impressum

p.s.: Unter www.antike-griechische.de betreibe ich eine weitere Website. Dort geht es um die griechischen Ursprünge von Wissenschaft und Philosophie. An prominenten Beispielen werden die antiken Wurzeln modernen Denkens aufgezeigt.